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Der "Baum des Jahres"

Baum des Jahres 2023

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen Bäume des Jahres vor. Diese werden bereits seit Jahr­zehnten durch das Kura­torium "Baum des Jahres" und der Dr. Silvius Wodarz Stiftung benannt und gekürt.

Ziel der jährlichen Benennung ist der Hinweis auf seltene Baum­arten oder gefährdete Gehölze sowie die Schönheit und positive Wirkung von Bäumen bewusst zu machen. Der Verein "Baum des Jahres e.V." und die "Baum des Jahres-Stiftung" wollen gemeinsam die Arbeit für den Baum des Jahres sowie für Bäume in Parks, in der Land­schaft und im Wald fort­setzen und intensi­vieren.

Die Fotos für die Artikel Bäume des Jahres werden uns mit freund­licher Genehmi­gung vom Verein "Baum des Jahres e. V." zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:
www.baum-des-jahres.de

2023 - Die Moorbirke

Baum des Jahres 2023 – Die Moor-Birke

Baum

Fotos: Andreas Roloff/ Baum-des-Jahres

Betula pubescens

Der Baum des Jahres 2023 ist eine typische Art der Moore: Weithin sichtbar, mit ihren weißen Rindenpartien und den lichten, hellgrünen Baumkronen, bildet die Moor-Birke oft die einzige Baumvegetation in den wertvollen Sonderstandorten. „Moore sind für die Bindung von CO2 wichtig und ein Zuhause für seltene Arten“, erklärt Stefan Meier, Präsident der Baum des Jahres Stiftungt.

Die Moor-Birke ist in den gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas, Skandinaviens, Asiens und Islands anzutreffen. Dennoch sind Moor-Birkenwälder in Deutschland stark gefährdet und deshalb gesetzlich geschützt. Häufiger findet man den Baum des Jahres 2023 vereinzelt und am Rand von Mooren. Die Art unterscheidet sich von der viel weiter verbreiteten Hängebirke durch ihre Blattform und die sich im höheren Alter rötlich färbende Rinde. Betula pubescens tritt mit anderen typischen Arten vergesellschaftet auf, wie Heidel- und Rauschbeeren, Torfmoosen, Wollgräsern und Seggen. An der Moor-Birke selber finden verschiedene Insektenarten einen Lebensraum.

Moore speichern mehr Wasser und Kohlendioxid als jedes andere Ökosystem. Doch es gibt Handlungsbedarf, denn intakte Moore sind in Deutschland selten. Lange haben Menschen diese besonderen Lebensräume für ihre Zwecke genutzt: zum Abbau von Torf oder um landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen. Heute sind 90 Prozent der Moore Deutschlands entwässert. Das große Problem: trocknen die Moore aus, setzen sie das gebundene Kohlendioxid wieder frei. Intakte Moore sind also enorm wichtig für den Wasserhaushalt und unser Klima. „Die Moorbirke wird uns 2023 als Symbol für dieses Handlungsfeld begleiten“, betont Meier.

Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft: „Unsere Moore sind Klimaschützer, wertvolle Lebensräume und Wasserspeicher. Mit der Moor-Birke wird ein Baum geehrt, der uns daran erinnert, wie wichtig es ist, Moore zu schützen und wiederzuvernässen. Beides kann in Einklang mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung gebracht werden, daran arbeite ich."

Hintergrundinformation

Die kälteunempfindliche Moor-Birke war als Pionierbaum die erste Baumart nach der letzten Eiszeit und prägte auch die Landschaften des Bundesgebietes. Reife Moorbirken können bis zu vier Kilogramm Samen im Jahr produzieren, die der Wind kilometerweit verbreitet. Ihr helles Holz ist für den Möbelbau beliebt, allerdings aufgrund der geringen Haltbarkeit nur für den Innenbereich geeignet. In Deutschland dient die Moor-Birke vor allem als beliebtes Brennholz. Forstlich wird die Art auf feuchten Standorten zunehmend interessanter: beispielsweise in Mischung mit anderen Baumarten, wie Erlen oder Flatter-Ulmen. Hier laufen bereits erste Forschungsversuche. Auch als Heilpflanze hat die Moor-Birke eine lange Tradition: ob als Tee gegen Nierenbeschwerden, Gicht, Rheuma oder als Haarwasser, findet sich die Art in mancher Hausapotheke. Als Maibaum und Festschmuck ist sie im Frühjahr ein Symbol für erwachendes Leben

Text: Dr. Rudolf Fenner

2022 - Die Rotbuche

Baum des Jahres 2022 – Die Rot­buche

Wald

Fotos: Andreas Roloff/ Baum-des-Jahres

Fagus sylvatica

Um einem weit verbreiteten Miss­verständnis gleich zuvorzu­kommen: Die Rot-Buche ist nicht die Buche mit den roten bis schwarz-roten Blättern, die in Parks, Fried­höfen und größeren Gärten oft zu sehen ist. Dieser auf­fällige Baum ist die Blutbuche, eine kultivierte Varietät der Rot-Buche, und Rot-Buche ist der botanisch korrekte Name für die grün­blättrige Buche in unseren Wäldern. Sie heißt so, weil ihr an sich eher weiß-gelbes Holz im Vergleich zum fast weißen Holz der zu den Birken­gewächsen gehörenden Hain- oder Weiß­buche einen leicht rötlichen Einschlag hat. Zugegeben – das ist keine wirklich überzeu­gende Namens­gebung. Da hier in Mittel­europa keine andere Buchenart heimisch ist, wird sie im folgenden Text meist schlicht Buche genannt.

Verbreitung

Sie ist die häufigste Laub­baumart in Deut­schlands Wäldern. Mit ihrem recht variablen Höhen­wuchs von bis zu 45m kann sie alle anderen Laub­bäume – außer vielleicht der Esche – übertreffen. Ihre Wuchsform kann im Wald recht schlank ausfallen – mit einem bis zu 25 Metern astfreien Stamm und mit schräg nach oben gerichteten Kronen­ästen. Außerhalb des Waldes – im Freistand – geht die Buche aber eher in die Breite. Dort beginnt meist schon in zwei bis drei Metern Höhe eine aus­ladende Krone auf einem wuchtigen Stamm. Sie wird hier in Deutschland selten älter als 300 bis 350 Jahre. Die älteste Buche in Europa steht in den Österreichischen Kalkalpen und ist 550 Jahre alt. Auffällig und einzigartig unter den Waldbäumen ist ihre bis ins hohe Alter glatte, silbergraue, allerdings gegen direkte Sonnen­bestrahlung empfindliche Rinde.

Sie ist pure Europäerin. Allerdings sind ihr die Winter in Nordeuropa mit Ausnahme der eher küstennahen Flachland­gebiete in Südschweden und Süd­norwegen zu kalt. Richtung Osten wird ihr das Klima schon recht bald zu trocken und die häufigen Spätfröste zu gefährlich. Ihre Ostgrenze ist daher schon im westlichen Polen erreicht und zieht sich östlich der ukrainischen und rumänischen Karpaten bis nach Bulgarien. Im Westen bildet die kontinentale Atlantik­küste die natürliche Grenze, die die Buche allerdings vor etwa 3000 Jahren nach Südengland über­sprungen hat. Im Süden und Südosten Europas ist es ihr in den tiefer gelegenen Regionen zu warm und zu trocken. Dort ist sie ausschließ­lich in den höheren Berglagen zu Hause und bildet häufig die montane Waldgrenze – in Sizilien beispiels­weise in 2250 m Höhe. Deutschland liegt mittendrin im europäischen Verbrei­tungsgebiet. In allen Regionen sind für Buchen potenziell geeignete Wuchs­gebiete vorhanden – vom nord­deutschen Flachland über die Mittel­gebirge bis in den Alpenraum. Deutschland gilt daher als eine Art Kernland der Buche.

Das Schattenreich

Besondere Ansprüche an den Standort stellt die Buche nicht. Der Boden darf lediglich nicht zu nass oder zu trocken sein. Er kann ruhig recht sauer und nährstoff­arm sein, aber auch reiner Kalkboden kommt infrage. Solange mindestens 650mm Regen im Jahr fallen, geht’s der Buche gut. Mit anderen Worten: Sie kommt auf allen Wald­standorten gut zurecht, außer in Auwäldern, Mooren, Sümpfen und auf sehr trockenen Böden.

In der Konkurrenz mit den anderen Waldbaum­arten ist die Buche deutlich im Vorteil, und zwar durch ihre Laubkrone, die einen ungewöhnlich starken Schatten wirft. Unter dem dichten Kronendach der Buchen können außer Eiben, Stechpalmen und Weiß-Tannen keine der anderen Baumarten lange überleben. Nur ihr eigener Nachwuchs, der hat eine unge­wöhnlich hohe und aus­dauernde Schatten­toleranz. Junge Buchen können über viele Jahre, ja sogar einige Jahrzehnte in diesem Schatten in Warte­position verharren, wachsen aber sofort los, wenn durch einen abge­storbenen oder weg­gebrochenen Baum ausreichend Licht durchs Kronendach fällt. Wie ausgefeilt diese Schatten­strategie funktioniert, lässt sich beim jährlichen Blatt­austrieb beobachten, der sich über fünf, sechs Wochen von Ende April bis in den Juni hinzieht und sukzessive von unten nach oben verläuft: Er beginnt bei den keimenden Buchen am Boden, gefolgt von den jüngeren Buchen im Unterholz, dann werden die unteren Kronen­zweige grün und schließlich dann auch das Kronendach. So bekommen alle vom späteren Schatten der Krone betroffenen Triebe immerhin wenige Wochen ausreichend Licht, um fertig auszutreiben.

Es wird angenommen, dass die Buche dank dieser Schatten­strategie mindestens auf zwei Dritteln der hiesigen Waldfläche zur beherr­schenden Baumart werden kann. Alle anderen Waldbäume können sich letztlich nur in den Randgebieten des Buchenareals als Mischbaum­arten halten oder müssen gänzlich auf Standorte außerhalb ausweichen. Reine Buchen­wälder, in denen aufgrund der Licht­verhältnisse eine kaum ins Auge fallende Boden­vegetation zu sehen ist, haben durchaus einen hohen ästhetischen Reiz. Besonders eindrucks­voll sind die sogenannten Hallen­wälder, in denen die Buchen alle etwa gleich alt und gleich hoch gewachsen sind. Solche Wälder erwecken aber auch leicht den Eindruck, sie seien höchst artenarm. Das stimmt sicherlich, was die Anzahl der Pflanzen­arten betrifft. Doch der Schwerpunkt der spezifischen Biodiversität von Buchen­wäldern findet sich vor allem bei Insekten und Pilzen und ist besonders hoch in alten Buchen­wäldern mit viel abgestorbenem Holz.

Wald­geschichte

Erstaunlicher­weise ist die Rot-Buche ein ziemlicher Neuling in Europas Wäldern. Zwar gab es schon am Ende des Tertiärs vor etwa 3 Millionen Jahren im damals noch wärmeren Europa mehrere Buchenarten, doch die Rot-Buche war nicht dabei. Als sich das Klima dann immer weiter abkühlte, sind alle diese Buchen bis auf eine – die Orient-Buche – aus­gestorben. Auch diese hat sich damals weitgehend aus dem periodisch kalten Europa zurück­gezogen und beschränkt sich seitdem auf das Schwarzmeer­gebiet, die Kaukasus­region und das persische Elbrus-Gebirge. Nur gelegentlich ist sie während der wärmsten Phasen der Zwischen­eiszeiten kurz auch in Europa aufgetaucht. Die Rot-Buche hat sich erst während der letzten Kaltzeit aus einer genetischen Variante der Orient-Buche im wärmeren Südeuropa zu einer durchsetzungs­starken und eigen­ständigen Art entwickelt. *

* Die Rot-Buche und die sehr ähnliche Orient-Buche werden mittlerweile aufgrund von immer detail­lierteren molekular­genetischen Analysen als zwei Unterarten einer einzigen Art angesehen. Sie sind ohne Weiteres miteinander kreuzbar und es gibt zahlreiche Hybrid­formen in den sich über­schneidenden Verbreitungs­gebieten.

Als es nach dem Ende der letzten Kaltzeit um die Rückkehr der Bäume in die nun wieder gletscher­freien Gebiete in Mittel- und Nordeuropa ging, war auch der Neuling, die Rot-Buche, dabei. Sie erschien allerdings erst recht spät nördlich der Alpen. Längst wuchsen hier Eichen­wälder, gemischt mit Linden und Ulmen, und auch Ahorne, Eschen und Fichten hatten sich eingefunden. Erst vor etwa 6000 Jahren änderte sich die Situation. Die Linden zogen sich wegen des sich abkühlenden Klimas zurück, die Ulmen wurden durch eine Ulmen­krankheit dezimiert und der Mensch ließ sein Vieh in den Wäldern weiden und rodete den Wald für seine Felder. Die Buche konnte daher nach und nach in die Eichen-Mischwälder vordringen. Doch es dauerte noch mal etwa 2000 Jahre, bis sie zur vorherrschenden Baumart in diesen Wäldern wurde: Der Neuling hat sich durchgesetzt – Mitteleuropa wurde Buchenland.

Aber spätestens mit dem Beginn des Mittelalters, als hier die ersten dauer- haften Siedlungen und Städte entstanden, begann das große Waldroden. Am Ende des Mittelalters waren die Wälder auf etwa ein Drittel der Landschaft zurück­gedrängt. Doch diese übrig gebliebenen Wälder wurden in den folgenden Jahr­hunderten so stark ausgebeutet, dass Anfang des 18. Jahr­hunderts das Ende einer aus­reichenden Versorgung mit Energie- und Bauholz absehbar war. Ende des 18. Jahrhunderts begannen dann die großen Aufforstungs­programme – durchaus erfolgreich, aber durchgeführt vor allem mit Kiefern und Fichten – beides Baumarten, die in einer natürlichen Wald­entwicklung in den meisten Aufforstungs­gebieten bestenfalls eine Nebenrolle gespielt hätten.

Das ramponierte Buchenland Deutschland wurde zum Land der Fichten und Kiefern – und ist es bis heute. Die Buche wurde die am stärksten durch den Menschen zurück­gedrängte Baumart in Deutschland. Erst seit etwa drei Jahrzehnten nehmen die Buchen in Deutschlands Wäldern langsam wieder zu: Ihr Anteil liegt derzeit bei etwa 16 Prozent.

(...) Text: Dr. Rudolf Fenner

2021 - Die Stechpalme

Baum des Jahres 2021 – Die Stechpalme

Baum des Jahres 2021

Fotos: Andreas Roloff/ Baum-des-Jahres

Ilex aquifolim

Wirkt exotisch, ist aber Europäerin durch und durch:„Die Stechpalme ist ein Parade­beispiel für gelebten Artenschutz, dank dem sich die Bestände in den letzten hundert Jahren in Deutschland deutlich erholt haben“, erklärt Stefan Meier, Präsident der Baum des Jahres Stiftung. Auch Schirmherrin Bundes­ministerin Julia Klöckner begrüßt die Wahl der immergrünen Laub­baumart als Baustein der heimischen Biodiversität: „Sie ist Bestandteil unseres Ziels, den Umbau unserer Wälder zu klima­angepassten Mischwäldern weiter voran­zubringen."

Bundesministerin Julia Klöckner dankt der Baum des Jahres Stiftung Dr. Silvius Wodarz für ihr Engagement und betont: „Unsere Wälder sind im Klimastress. Umso wichtiger, dass Wald und Bäume Fürsprecher haben, wie die Baum des Jahres Stiftung.“Denn es waren Forstleute, Natur­schützer und Politik die in den 1920er- Jahren auf den dramatischen Rückgang der Stechpalme reagierten:Zuvor erfreute sich die Art als Feiertags­dekoration so großer Beliebtheit, dass sie in ganzen Wagen­ladungen aus den Wäldern transportiert wurde.Seit etwa hundert Jahren hat wild­wachsender Ilex als Weihnachts­deko ausgedient und steht in Deutsch­land unter besonderem Schutz. Die Bestände haben sich erholt.

Gewinnerin im Klima­wandel?

Seit Urzeiten in Europa beheimatet, hat es Ilex aquifoliaes aufgrund klimatischer Veränderungen geschafft, sich neue Lebensräume in Skandinavien und Polen zu erschließen. Da sie häufig im Unterholz schattiger Laubwälder als Strauch wächst, ist ihre wirtschaft­liche Nutzung weitgehend unbedeutend. Als Teil der heimischen Flora bildet sie aber einen wert­vollen Baustein der Biodiversität unserer Wälder. „Unsere Wälder und die nach­haltige Holznutzung entlasten die Atmosphäre jährlich um 14 % der gesamten deutschen Treibhaus­gasemissionen.

In dieser Zeit brauchen unsere Bäume unser engagiertes Handeln. Als Große Koalition haben wir deshalb dafür gesorgt, dass 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, um den Wald klimastabil zu machen und naturnah zu bewirt­schaften. Hierzu trägt auch der Baum des Jahres bei. Der sympathische Immergrün ist er ein hervorr­agender Brutplatz und eine wichtige Nahrungs­quelle für Vögel, Bienen und Hummeln“, so Klöckner. Als Ziergehölz hat die Stechpalme ihren Siegeszug schon lange angetreten und ist heute in kaum überschau­barer Farb- und Formenfülle in Gärten und Parks vertreten.

Ein König für den Ilex

Nikolaus Fröhlich ist der erste Deutscher Baumkönig: „Meine Patenart ist ein Parade­beispiel, wie Artenschutz im bewirt­schafteten Wald gelingt.“ erklärt der studierte Landschafts­architekt.„Die Stechpalme ist somit ein wichtiger Baustein unserer heimischen Bio­diversität –und das möchte ich den Menschen im nächsten Jahr näher­bringen". Fröhlich bringt viel Erfahrung aus dem Bereich Garten und Land­wirtschaft mit und freut sich 2021als Botschafter der Baum des Jahres Stiftung unterwegs zu sein.

Hintergrund­information

Aufgrund behördlicher Bestimmungen findet die Ausrufung heute ohne Publikum und Gäste im Zoologischen Garten Berlin statt. Stefan Meier überreicht Bundes­ministerin Julia Klöckner ein Gesteck aus Ilexzweigen, der –wie er betont –natürlich aus seinem Garten stammt. Denn die Stechpalme, auch Walddistel oder Christusdorn genannt, ist in Deutschland gemäß Bundesarten­schutz­verordnung besonders geschützt und darf nicht aus Natur entnommen werden. Ilex aquifolia stockt heute in Europa dort, wo die Winter mild und die Sommer nicht zu trocken sind. Zum Schutz vor Verbiss bilden Stechpalmen die Bewehrung ihrer Blätter in der Regel bis zwei Meter Höhe aus. Ihre Blüten dienen im Sommer Bienen als Nahrung und im Winter ergänzen die roten Beeren der weiblichen Stechpalmen den Speise­zettel vonVögeln. Für Menschen sind Blätter und Beeren übrigens giftig. Das Holz der Stechpalme ist hart und zäh und eignet sichfür kleine, feine Holzarbeiten.

2020 - Die Robinie

Baum des Jahres 2020 – Die Robinie

Baum des Jahres 2019

Fotos: A. Roloff

Robinia pseudoacacia

Die Robinie polarisiert: Hoffnung im klima­bedingten Waldumbau –andererseits invasive Baumart,die Naturklein­ode bedroht. Die Baum des Jahres Stiftung informiert seit 30 Jahren die Öffentlich­keit über Belange, aber auch Probleme verschiedener Baumarten. Gemeinsam mit Schirmherrin Bundes­ministerin Julia Klöckner engagiert sich die Baum des Jahres Stiftung auch in diesem Jahr für Wald und Klima.

Zarte Fliederblätter und duftend weiße Blütenstände, die von zuweilen bizarr verzweigten Kronen herab­hängen und helle Tupfer in die sommer­lichen Wälder zaubern – wer könnte von dieser Schönheit etwas Schlechtes denken? Und doch – mit "Robinia pseudoacacia" hat das Kuratorium Baum des Jahres eine Baumart gewählt, die die Gemüter von Naturschützern, Städteplanern und Forstleuten in Wallung bringt“,sagtd ie neue Deutsche Baumkönigin, Charlotte Baumann.

Gefahr für wert­volle Natur­räume

Die vor über 300 Jahren in Mitteleuropa eingeführte Robinie ist für unsere heimische Flora eine Konkurrenz, denn sie ist eine Meisterin im Besiedeln der unwirtlichsten Lebens­räume. „Das Geheimnis ihres Erfolges steckt unter der Erde: Bakterien, die an der Wurzel leben, fixieren Luftstick­stoff. Dieser reichert sich im Boden an – für stickstoff­arme Natur­räume wie Mager­rasen oder Binnen­dünen bedeutet dies meist das Ende“, so die Deutsche Baumkönigin. Zwar ist der Anteil von Robinien in deutschen Wäldern mit etwa 0,1 Prozent gering, doch wo die Baumart sich etabliert ist sie nahezu unverwüstlich. Die Robinie steht daher auf der Liste der invasiven Baumarten.

Zwei Seiten einer Medaille

Und doch könnte die kontrovers diskutierte Art bei fortschreitender Klima­erwärmung erneut Hoffnungs­trägerin werden: Salz- und immissions­tolerant kommt sie gut mit städtischem Klima und schwierigen Boden­verhältnissen zurecht. Als Bienen­weide ist sie in Zeiten des Insekten­sterbens eine bedeutende Prota­gonistin in der Gewinnung von Honig und spielt so eine wichtige Rolle bei der Bestäubung anderer Arten. Ihr zähes Holz weist eine hohe Witterungs­beständigkeit auf und stellt im Außen­bereich eine ideale Alternative zu Tropen­hölzern dar. Damit die Robinie bei der Mischung klimastabiler Wälder eine Rolle spielen kann, ist weitere intensive forst­wissen­schaftliche Forschung notwendig.

Was tun mit der Robinie?

Halten sich ökologische Vor-und Nachteile also die Waage? Mit einem klaren (waldbaulichen) Konzept kann die Robinie eine attraktive Prota­gonistin bei der Energieholz­erzeugung und als widerstands­fähiger Stadtbaum sein. Dass sie in sensiblen Natur­räumen ohne langfristige Abwehr­strategie zum Problem wird, ist ebenso deutlich. Charlotte Baumann: „Meine Aufgabe als Bot­schafterin der Robinie ist es, über die Kontro­versen dieser Art zu informieren. Ich biete keine Lösungen an, aber eine von Menschen eingebrachte Art verdient, dass man ihrem Fall Gehör schenkt.“

Hinter­grund­information

Die häufig mit der Akazie verwechselte Robinie (deshalb auch Scheinakazie) zierte im 17. Jahrhundert zunächst Barock­gärten und Parks. Bald fand sie aufgrund ihres ungewöhnlich harten Holzes Verwendung im Grubenbau und Forstleute wagten die ersten Versuche, sie im Wald einzu­bringen. Als Pionier­baumart beeindruckt sie durch ungewöhnlich schnelles Wachstum in den ersten Lebens­jahrzehnten, enttäuscht aber bei der Stamm­qualität. Nichts­destotrotz lässtsich das Holz vielfach verwenden: Es ist zäh, witterungs­beständig und auch heute noch beliebt für den Bau von Brücken, Spielplatz­geräten und Terrassen­möbeln.

2019 - Flatter-Ulme

Baum des Jahres 2019 – Die Flatter-Ulme

Baum des Jahres 2019

Fotos: A. Roloff
Quelle: www.baum-des-jahres.de

Ulmus laevis

Wer die buschigen Blüten der Flatter-­Ulme einmal im Wind hat tanzen sehen, weiß woher die Art ihren Namen hat. 2019 rückt die Baum-des-­Jahres-­Stiftung damit eine Ulmenart ins Licht der Öffentlichkeit, die bisher wenig bekannt ist. Umso spannender ist ihr vielseitiges Potential – insbe­sondere im urbanen Bereich. Dieses mit Verve in Szene zu setzen ist eie Aufgabe der Deutschen Baum­königin 2019, Caroline Hensel. Mit Bundes­ministerin Julia Klöckner hat die Baum- des-­Jahres-­Stiftung ab 2019 eine engagierte neue Schirmherrin.

Spricht man von Ulmen, denken die meisten wohl zuerst an das Ulmen­sterben im vergangenen Jahrhundert. Doch wo Berg- und Feld-Ulme insbe­sondere durch ihren dramatischen Rückgang traurige Berühmtheit erlangt haben, zeigt die Flatter-Ulme ein ganz anderes Gesicht. Ulmus laevis unterscheidet sich nicht nur botanisch deutlich von ihren bekannteren Schwestern, sie erwies sich auch gegen die Ulmen­krankheit als deutlich widerstands­fähiger. Dass die Flatter-Ulme dennoch eine seltene Baumart in Deutschland ist, hat in erster Linie mit dem Verlust ihres Lebens­raumes zu tun. An diesem ist der Mensch nicht unschuldig: Flussauen und überflutete Gebiete sind land­wirtschaft­lichen Flächen gewichen, Flüsse begradigt und Feucht­gebiete trocken gelegt. Die wasser­begleitende Flatter-Ulme ist heute am ehesten noch in größeren Flusstälern wie dem Ober­rheingraben, entlang der Donau, und in der Rhein-­Main-Ebene anzutreffen.

Rettungsfloß Flatter

Alle drei heimischen Ulmenarten mögen feuchte Standorte. Die Flatter-Ulme allerdings ist besonders „nah am Wasser gebaut“. Seit der letzten Eiszeit ist sie Teil unseres Ökosystems und hat sich unter verschiedensten Klimabedingungen bewährt. „Wir brauchen Baumarten, die den Heraus­forderungen klimatischer Veränderungen gewachsen sind.“ sagt die Deutsche Baumkönigin Caroline Hensel bei der Ausrufung im Berliner Zoo.
Ulmus laevis kann bei der Revitali­sierung von Bach- und Flussauen eine entscheidende Rolle einnehmen. Für Arten, die auf Ulmen angewiesen sind, ist die Flatter-Ulme ein regelrechtes Rettungsfloß. Auch im urbanen Bereich gibt es geeignete Standorte, auf denen der Baum des Jahres 2019 als widerstands­fähiger, attraktiver Stadtbaum punkten könnte: Viele Parks verfügen über Seen und wasser­geprägte Bereiche, die ein geeignetes Biotop darstellen. „Nach Jahr­hunderten der Lebensraum­zerstörung ist es Zeit, die Flatter-Ulme neu ins Bewusstsein von Städte­planern und Forstleuten zu holen.“ so Hensel.

Hintergrund­information

Der Volksmund nennt Ulmen auch Rüster. Die Flatter-Ulme ist ein hochge­wachsener Baum (ca. 35 Meter) der Feucht­wälder und Flussauen. Zusammen mit Stiel-Eiche, Esche, Berg-Ahorn und Feld-Ulme prägt sie dort die sogenannten Hartholz-Auenwälder. Sie hält dauerhaft feuchten Böden und längere Überflutungs­perioden problemlos aus. Ganz besonders: Die Flatter-Ulme bildet als einzige heimische Baumart Brettwurzeln aus. (Diese kennt man sonst von Urwaldriesen und dienen einer höheren Stabilität.)
Auch wenn die Flatter-Ulme die Nähe des Wassers liebt, kommt sie auch auf trockeneren Standorten gut zurecht. Ihre Zweige dienten früher dem Vieh als Winterfutter. Wenn es um die Verarbeitung ihres Holzes geht, ist die Flatter-Ulme jedoch eher eine Diva: Das Holz punktet mit schöner Musterung und Zähigkeit, lässt sich jedoch schwer bearbeiten.

Neues in der Stiftung

2019 tut sich auch bei der Baum des Jahres Stiftung einiges: Stiftungs­gründer Dr. Silvius Wodarz gibt sein Präsidenten­amt an Vereins­vorstand Stefan Meier ab. Verein und Stiftung danken Herrn Dr. Wodarz für seinen lang­jährigen engagierten Einsatz. Mit Bundes­ministerin Julia Klöckner und der Deutschen Baum­königin 2019 Caroline Hensel hat die Flatter-Ulme gleich zwei engagierte Frauen hinter sich. Die Baum des Jahres Stiftung freut sich, mit Bundes­ministerin Klöckner ab 2019 eine neue Schirmherrin gewonnen zu haben. Caroline Hensel wird als Bot­schafterin für die Stiftung und die Flatter-Ulme in ganz Deutschland unterwegs sein. „Ich freue mich auf das Jahr. Mein Ziel ist es, ein neues Bewusstsein für die Flatter-Ulme als Teil unserer urbanen Landschaft zu schaffen. Dafür setze ich mich ein.“ erklärt die angehende Försterin Hensel.

2018 - Esskastanie

Baum des Jahres 2018 – Die Ess-Kastanie

Baum des Jahres 2017 - Die Gewöhnliche Fichte

Fotos: A. Roloff
Quelle: www.baum-des-jahres.de

Castanea sativa

Der botanische Blick richtet sich 2018 auf eine in Deutschland eher seltene Baumart: Die Ess-Kastanie. Wo sie wächst überrascht Castanea sativa jedoch mit kulina­rischer wie praktischer Vielseitig­keit – und nicht zuletzt mit ihrer reiz­vollen Blütenpracht. Bei der Aus­rufung am 26. Oktober im Berliner Zoo durch die Baum des Jahres Stiftung, pflanzte Dr. Silvius Wodarz gemeinsam mit der frisch­gebackenen Deutschen Baum­königin 2018 Anne Köhler den Jahresbaum. Schirmherr Minister Peter Hauk (MdL) freut sich auf ein weg­weisendes Jahr für die Ess -Kastanie.

Das Kuratorium Baum des Jahres schlug den Jahresbaum vor - die Stiftung Baum des Jahres hat entschieden: 2018 soll im Zeichen der Ess-Kastanie stehen. „Die Ess-Kastanie hat eine recht junge Geschichte in unseren Breiten“ erklärt die Deutsche Baumkönigin 2018 „Sie gilt zwar nicht als heimische Baumart, gehört aber – zumindest in Südwestdeutschland – längst in die über Jahrtausende entstandene Kulturlandschaft.“über Jahrtausende entstandene Kulturlandschaft.

Genussbaum: Weinbau

Wann die ersten Ess-Kastanien ihre Zweige in den Himmel des heutigen Deutsch­lands reckten ist nicht sicher überliefert. Die Griechen etablierten den Baum im Mittelmeer­raum, bereits in der Bronzezeit fanden sich Anbau­gebiete in Süd­frankreich. Gut möglich, dass die eine oder andere Ess-Kastanie sich schon damals über Handels­routen nach Germanien verirrt hat. Die Römer brachten sie schließlich vor rund 2000 Jahren über die Alpen, erkannten die günstigen botanischen Vorausset­zungen und etablierten die Art besonders entlang des Rheins, der Nahe, der Mosel und der Saar. Fortan waren Weinbau und Ess-Kastanie nicht mehr voneinander weg­zudenken: Aus dem gegen Verrottung erstaunlich resistenten Kastanien­holz fertigten Winzer Rebstöcke – meist wuchs der Ess-Kastanien­hain direkt oberhalb des Weinbergs. Das Holz erwies sich weiter als brauch­bares Material für den Hausbau, Fassdauben, Masten, als Brennholz und Gerberlohe.

Genussbaum: Die Früchte

Wohl noch bedeutender als für den Weinbau war die Ess-Kastanie lange für die Ernährung der Bevölkerung: Die fettarmen, stärkereichen und süßlichen Maronen blieben nach Missernten oft das lebens­rettende Nahrungs­mittel. Botanisch betrachtet sind Ess-Kastanien Nüsse, weniger fett als Walnuss oder Haselnuss, jedoch reich an Kohlehydraten. Wohlhabende Bürger der Antike genossen sie – wie heute – eher als kulinarisches Beiwerk. Die Früchte gewann man in lockeren Beständen (Sleven). Auch wenn die Kulturen heute weitgehend aufgegeben sind, prägen die (inzwischen) stattlichen Bäume noch die Landschaft – insbesondere den Ostrand des Pfälzerwaldes und den Westhang des Schwarzwaldes (Ortenaukreis). Als Weizenalternative könnte die Ess-Kastanie bald eine Renaissance erleben: Neben köstlicher Nascherei in der kalten Jahreszeit, lassen sich die Früchte in getrockneter Form mahlen. Brot und Gebäck aus Ess-Kastanien­mehl sind glutenfrei und damit für Allergiker eine willkommene Erweiterung des Speisezettels.

Retter im Klimawandel?

Obwohl die Ess-Kastanie sich in Deutschland nicht im Wuchs­optimum befindet kommt sie gut mit den klimatischen Bedingungen unserer Breiten zurecht. Eine Baumart die anpassungsf­ähig und wärme­resistent ist – da horcht heute mancher Forst­botaniker auf. Ist die Ess-Kastanie also ein Retter im Klimawandel? Das lässt sich so einfach nicht beantworten: Bisher ist Castanea sative eher ein Parkbaum, im Wald findet man sie selten. Doch Forstleute forschen seit einigen Jahren, unter welchen Bedingungen die Ess-Kastanie in unseren Wäldern hoch­wertiges Holz für langlebige Bau- und Möbelholz­produkte liefern könnte.

Hinter­grund­information

Die Ess-Kastanie ist in Deutschland nicht heimisch, gedeiht jedoch auf warmen Standorten. Häufig findet man sie als Park- und Garten­gewächs. Das Wurzelsystem ist kräftig ausgeprägt, sie bildet eine Pfahlwurzel, die jedoch nicht sehr tief reicht. Junge Ess-Kastanien weisen eine glatte, gräuliche Rinde auf die im Alter tief zerfurcht und borkig wird. Die knapp 20 Zentimeter langen Blätter sind elliptisch geformt und mit einem feinen Stachel­kranz bewehrt. Obwohl der Name es zunächst nahelegt, haben Ess- und Rosskastanie wenig gemein: Während die EssKastanie eng mit Buchen und Eichen verwandt ist, gehört die Rosskastanie zu den Seifen­baum­gewächsen. Die fälschlich vermutete Verwandt­schaft begründet sich wohl darin, dass beide Arten im Herbst zunächst von stacheligen Kugeln umhüllte, mahagoni­braune Früchte hervorbringen. Diese finden besonders in der Naturheil­kunde Anwendung: Hildegard von Bingen empfahl die Früchte als Universal­heilmittel, insbe­sondere aber gegen „Herzschmerz“, Gicht und Konzent­rations­störungen. Zurückzuführen ist die heilsame Wirkung vermutlich durch den hohen Gehalt an Vitamin B und Phosphor. Kenner genießen die Blätter der Ess-Kastanie als Tee.

2017 - Fichte

Baum des Jahres 2017 – Die Gewöhnliche Fichte

Baum des Jahres 2017 - Die Gewöhnliche Fichte

Fotos: A. Roloff

Picea abies

Sie wird auch "Gemeine" oder europäische Fichte genannt. Regional, vor allem in Süd­deutschland und in den Alpen­ländern, trägt sie auch den botanisch nicht ganz korrekten Namen Rottanne. Sie ist die einzige in Deutschland natürlich vorkommende Fichtenart. Im folgenden Text wird sie daher der Einfachheit halber schlicht Fichte genannt.

Höchst kontrovers und emotional kann es zugehen, wenn von der Fichte die Rede ist. Für die einen trägt sie den unantast­baren Glorienschein des „Brotbaums der deutschen Forstwirtschaft“. Dagegen­gehalten wird unter anderem auch mit Sätzen wie: „Willst du den Wald bestimmt vernichten, pflanze nichts als reine Fichten!“. Es geht dabei selbst­verständlich nicht um die Fichte an sich. Die ist unschuldig. Aber an ihr entzündet sich immer wieder die Frage, wie naturnah könnten unsere Wälder sein, ohne ihre Wirtschaftl­ichkeit zu verlieren. Dieser im Grunde schon seit über hundert Jahren ausgetragene Disput wird allerdings zunehmend überlagert von der Frage, wo und vor allem wie lange es angesichts der zunehmenden Klima­veränderung überhaupt noch einen Platz in Deutschland für die Fichte geben wird.

Eigentlich ist die Fichte ein Baum der Taiga. Dort, in dieser eher kalten, sogenannten borealen Vegetations­zone liegt ihr natürliches Haupt­verbreitungs­gebiet. Von Skandinavien über die baltischen Länder bis kurz vor dem Ural prägt sie zusammen mit Birken, Aspen oder Kiefern weite Teile dieser nordischen Wald­landschaft. Folgt man der Sicht einiger Forst­wissenschaftler, die die sehr ähnliche, weiter östlich sich anschließende Sibirische Fichte lediglich als eine Unterart der gewöhnlichen Fichte ansehen, dann reicht ihr Verbreitungs­gebiet sogar bis an den Pazifik im Fernen Osten Russlands

Weiter südlich – in der gemäßigten, also wärmeren Vegetations­zone – ist das natürliche Vorkommen der Fichte auf die eher kühlen Standorte beschränkt. Nur dort kann sie sich gegen die starke Konkurrenz der in dieser Zone vorherrschen­den Laubbäume dauerhaft behaupten. Hier bei uns in Deutschland sind das vor allem die höheren Lagen der süd- und ostdeutschen Mittel­gebirge und der Alpen, wo sie zusammen mit Buchen und Weiß-Tannen die Bergwälder prägt. Oberhalb von 1000 m und bis zur Wald­grenze bildet sie oft natürliche Rein­bestände. Weiter östlich im kontinen­taleren Europa jenseits der Oder kommt die Fichte auch in tieferen Lagen oder gar im Flachland zurecht. Bei uns in Deutschland ist sie nur auf ganz wenigen tief liegenden Standorten in nasskalten Senken und an Rändern von Hoch­mooren zu Hause.

Mit anderen Worten: Es gibt nur wenige Gebiete in Deutschland, in denen die Fichte von Natur aus wirklich heimisch ist. Sie wäre – ohne Zutun des Menschen – eher eine regional sehr begrenzt vorkommende Waldbaum­art, die es in den allermeisten Bundes­ländern gar nicht gäbe. Tatsächlich aber ist sie heute die zahlen­mäßig stärkste Baumart in Deutschland. Sie ist in allen Bundes­ländern anzutreffen. Besonders hoch ist ihr Anteil in Bayern, Thüringen, Sachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Die Winter-Linde strotzt zumeist vor Gesundheit und das Holz ist ein wunderbares Schnittholz, weich und hell. Haupt­sächlich findet Lindenholz in der Schnitzerei und Bild­hauerei Verwendung. Einmal vollständig getrocknet, arbeitet es kaum noch. Dennoch ist es für den Außen­bereich kaum geeignet, da es bei verschiedenen Witterungs­einflüssen nicht besonders haltbar ist.

Ergänzende Informationen:

  • Die Fichte ist eine lange bekannte Heilpflanze. Wer heute krank ist, der geht zum Arzt. Die heilende oder lindernde Wirkung der Fichte ist deswegen vielen nicht mehr geläufig. Die Fichte wird in der Küche jedoch gerade wieder entdeckt. Es finden sich im Internet immer mehr Rezepte, in denen die jungen Fichten­triebe zur Geltung kommen. Das liegt an ihrem intensiven Geschmack sowie der Trend seit langem in die Richtung geht, raffiniert zu kochen. Auch unübliche oder unscheinbare Zutaten aus heimischen Wäldern werden entdeckt.
  • Äußerlich hilft die Fichte als Badesalz oder auf andere Weise bei der Linderung von Rheuma, Krampfadern, Ekzemen, Gicht oder Akne. Beim Inhalieren, als Tee oder Sirup kann die Fichte Entzündungen im Hals oder der Rachenraum, Husten, Grippe oder Bronchitis lindern. Mit dem Vitamin C werden die Abwehr­kräfte gesteigert. Die Fichte hat eine schweiß­treibende Wirkung. Für die innere Einnahme sind vor allem die frischen Maitriebe interessant, die eben im Mai geerntet werden können.
2016 - Winter-Linde

Baum des Jahres 2016 – Die Winter-Linde

Baum des Jahres 2016 – Die Winter-Linde

Winter-Linde, Foto: A. Roloff

Tilia cordata

Bis zu 1000 Jahre alt kann der für 2016 von Dr. Silvius Wodarz, Präsident der „Stiftung Baum des Jahres“, ausgerufene „Baum des Jahres“ als werden: Die Winter-Linde, kleine Schwester der Sommer-Linde, ist ein beliebter Waldbaum, der auch häufig als Stadtbaum Verwendung findet. Sie zählt aufgrund ihrer geringen Licht­ansprüche zu den Halb­schatten-Baum­arten. Die Winter-Linde benötigt wenig Wärme, bevorzugt aber nährstoff­reiche, kalkhaltige Lehm- oder Sandböden.

Etwas zierlich und weniger starkwüchsig wie die Sommer-Linde, wird wie Winter-Linde etwa 15 - 25 m hoch. Die Krone hat die Form eines mit dem Kopf nach unten stehenden Herzes und die Herbst­färbung der fast kreisrunden, kleinen Blätter ist leuchtend goldgelb. Einer von mehreren Gründen, warum die Winter-Linde viele Gärten und Parkanlagen schmückt.

Beheimatet in ganz Europa (ausgenommen der hohe Norden), erfreut die Winter-Linde besonders Imker und gleichwohl auch Hummeln und Bienen, da sie ihre nach Honig duftenden Blüten erst spät im Juli öffnet. Somit ist sie eine wichtige Nahrungs­quelle für blüten­suchende Insekten, wenn andere Pflanzen ihre Blütezeit bereits durchlaufen haben.

Nur Fahrzeug­besitzer, die ihr Auto in unmittel­barer Nähe einer Winter-Linde parken, ärgern sich über den klebrigen Film, der aus den aus­geschiedenen Zucker­wasser-Tropfen von Blattläusen entsteht. Die betroffenen Fahrzeuge lassen sich jedoch schnell und unkompliziert mit Wasser wieder reinigen.

Die Winter-Linde strotzt zumeist vor Gesundheit und das Holz ist ein wunderbares Schnittholz, weich und hell. Haupt­sächlich findet Lindenholz in der Schnitzerei und Bild­hauerei Verwendung. Einmal vollständig getrocknet, arbeitet es kaum noch. Dennoch ist es für den Außen­bereich kaum geeignet, da es bei verschiedenen Witterungs­einflüssen nicht besonders haltbar ist.

Ergänzende Informa­tionen:

  • In der Mythologie hat die Linde größte Bedeutung, steht sie doch symbolisch für die Liebe, Güte, Bescheiden­heit und Gastfreundschaft.
  • Und eine weitere Besonderheit: Der Gasthausname „Zur Linde“ ist deutschland­weit über 1000 Mal vertreten und zählt somit zur häufigsten Namenswahl.
  • Auch in der Naturheilkunde spielt die Winter-Linde eine wichtige Rolle: Ein Tee aus Linden­blüten ist krampf­lösend, schweiß- und wasser­treibend und dient zur Stärkung der körper­eigenen Abwehr­kräfte.
2015 - Feld-Ahorn

Baum des Jahres 2015 – Der Feld-Ahorn

Baum des Jahres 2015 – der Feld-Ahorn

Feld-Ahorn, Foto: A. Roloff

Acer campestre

Dr. Silvius Wodarz, Präsident der „Stiftung Baum des Jahres“, kürte für das Jahr 2015 den Feld-Ahorn (Acer campestre) zum „Baum des Jahres“. Der Feld-Ahorn ist der kleine Bruder anderer Ahorn-Arten, wie z.B. des Berg-Ahorns. Er ist oft klein, knorrig und mehr­stämmig und wächst zuweilen strauch­förmig, so dass er häufig übersehen oder vergessen wird.

Der Feld-Ahorn kann eine Höhe von 15 bis 20 Metern und eine Stammdicke von etwa 70 cm erreichen, was ihn als idealer Baum für die Stadt- und Straßenrand-Bepflanzung auszeichnet. Auch seine hohe Toleranz gegenüber städtischen Salz­einträgen und Luftschad­stoffen sowie gegenüber Sommerhitze und Trockenheit prädes­tinieren ihn für die Stadtnatur.

Hervorzu­heben ist unbedingt die wunderschöne Blatt­färbung im Herbst, die von Goldgelb über Rot bis weit in den November anhält. Die Blätter sind klein, langgestielt und schön gelappt. Auch die Früchte des Feld-Ahorn, die soge­nannten Flügel­nüsschen, sind klein und unscheinbar, färben sich beim Reifen aber intensiv rot. Etwas auffälliger hingegen sind die Zweige des jungen Feld-Ahorn, da die Rinde hier häufig schöne Korkleisten bildet. Im Alter bildet sich statt­dessen eine Schuppenborke.

Eher selten findet man den Feld-Ahorn im Wald, besonders wohl fühlt er sich am Waldrand oder in Hecken-Land­schaften zusammen mit verschie­densten Sträuchern. Zudem handelt es sich hierbei um eine Halbschatten­baumart, die nach dem Jugend­wachstum ausreichend Licht benötigt.

Der „Baum des Jahres 2015“ gilt als wichtiges Vogelschutz­gehölz und bietet einen ebenso wertvollen Lebens­raum für Insekten und Pilze. Die Feld-Ahorn-Früchte werden liebend gern von Vögeln gefressen und die Blätter sind ein beliebtes Viehfutter.

Hervorzu­heben sei noch, dass diese Baumart ein Höchstalter von immerhin 200 Jahren erreichen kann und sein Holz wegen seines hohen Heizwertes sehr gerne als Brennholz verwendet wird. Es ist hellrötlich, hart und schwer und oft gemasert, so dass es sich wunderbar für die Kunst­tischlerei, für Drechsler­arbeiten oder Möbel­intarsien eignet. Da die Stamm­stärke aber nicht viel Holz hervorbringt, ist dieses schwer zu bekommen und teuer.

2014 - Trauben-Eiche

Baum des Jahres 2014 – Die Trauben-Eiche

Baum des Jahres 2014 – die Trauben-Eiche

Trauben-Eiche, Foto: A. Roloff

Quercus petraea

Seit 1989 ernennt Dr. Silvius Wodarz, Präsident der „Stiftung Baum des Jahres“, jährlich eine gefährdete oder besonders selten vorkommende Baumart. Ein weiteres Kriterium für die Wahl können aber auch außer­gwöhnliche Eigen­schaften eines Baumes sein. Für das Jahr 2014 wurde die Trauben-Eiche (Quercus petraea) – auch Winter-Eiche genannt – gewählt.

Die Trauben-Eiche gehört aktuell zwar nicht zu den bedrohten Arten, dennoch muss in Misch­wäldern darauf geachtet werden, dass andere Bäume die besonders licht­bedürftige Eiche nicht verdrängen. Außer in Spanien, Nord­skandinavien und Nord­osteuropa findet die Trauben-Eiche ihre Verbreitung in ganz Europa.

Die Trauben-Eiche steht in enger Verwandt­schaft zur Stiel-Eiche, die zweite in Deutschland vorkommende Eichenart. Die beiden Baumarten unterscheiden sich vorrangig durch ihre Blätter und durch die Anordnung ihrer Früchte, den Eicheln. Die Stiel-Eiche trägt ihre Früchte, wie der Name schon sagt, an längeren Stielen, bei der Trauben-Eichen hingegen wachsen die Früchte in einer engstehenden, trauben­artigen Anordnung.

Das Besondere an Trauben-Eichen ist ihre Robustheit und Lang­lebigkeit, sie können sogar über 1000 Jahre alt werden. Fäulnis­hemmende Stoffe, die sich im Kernholz der Eiche befinden, machen das Holz besonders hart und haltbar, weshalb es gerne für den Möbelbau, für Fenster, Türen, Treppen und Fußböden verwendet wird. In frühen Zeiten wurde Eichenholz aufgrund seiner Robustheit für den Bau von Kriegs­schiffen verwendet. Mindestens 1.200 Eichen mussten für den Bau eines Schiffes herhalten.

Einen wertvollen Dienst leistet die Eiche vielen Tierarten. Insekten, Kleintiere, Nagetiere, aber auch Vögel finden ihr Zuhause in dem sog. „Tierheim der Natur“. Auch verschiedene Pilzarten, darunter hochwertige Speisepilze, oder Efeu siedeln sich gerne am Stamm der Eiche an.

Hervorzu­heben ist noch, dass die Trauben-Eiche ein Pfahlwurzler ist und mit ihrer steil nach unten wachsenden Hauptwurzel besondere Sturm­festigkeit beweist. Was den Boden anbelangt, ist die Eiche eher anspruchslos, auch Trockenheit und mangelnde Nährstoffe schaden ihr nicht. Nur Licht ist ein unverzichtbarer Faktor, ohne das die Eiche nicht wachsen und gedeihen kann.

Wussten Sie schon?

  • Um im Sommer bei starker Trockenheit die Verdunstungs­fläche zu reduzieren, werfen Eichen ganze Zweige mit grünen Blättern ab. Hierbei handelt es sich nicht um eine Krankheit des Baumes, sondern um eine Art Schutzreflex.
  • In der Mythologie steht die Eiche für Beständigkeit, Stand­festigkeit, Kraft und Stärke und wird aufgrund dieser Symbolik sehr gerne auf Münzen, Wappen und Urkunden dargestellt.
  • Die gemahlene oder geraspelte Rinde der jungen Trauben-Eiche wirkt auf Wunden blutstillend und infektions­hemmend und hilft außerdem bei Haut­entzündungen und Ekzemen. Bei Durchfall, Leber- und Milzleiden oder auch Vergiftungen kann die Einnahme der Rinde als Tee förderlich sein.
2013 - Wild-Apfel

Baum des Jahres 2013 – Der Wild-Apfel

Baum des Jahres 2013 – der Wild-Apfel

Wild-Apfel, Foto: A. Roloff

Malus sylvestris

Dr. Silvius Wodarz, Präsident der „Stiftung Baum des Jahres“, kürte für das Jahr 2013 den Wild-Apfel (Malus sylvestris), auch „Holzapfel“ genannt, zum „Baum des Jahres“. Der in Deutschland äußerst selten vorkommende Baum gehört zur Familie der Rosen­gewächse und wird nur bis zu 100 Jahre alt. Weitere Kenn­zeichen des Wild-Apfels sind eine nicht allzu große Höhe von bis zu 10 m und eine rot- bis graubraune, stark rissige Rinde an einem meist krummen, dünnen Stamm.

Der Wild-Apfel ist ein sehr genügsamer, anspruchs­loser Baum. Er gedeiht auch gut auf nährstoff­armen, trockenen Böden. Einzig ausreichend Licht ist die grundlegende Voraus­setzung für sein Bestehen. Daher findet man ihn am Waldrand oder in lichten Wald­beständen.

Im Frühjahr beeindruckt der Baum mit einer zuerst rosa leuchtenden und später weißen Blütenpracht, die Schwärme von Bienen und Hummeln anlockt. Die herb schmeckenden, kleinen und harten Früchte des Wild-Apfels eignen sich kaum zum rohen Verzehr, nur gedörrt oder gekocht sind die Äpfel genießbar. Daher dient diese Apfelsorte hauptsächlich der Wild­fütterung.

Das Holz ist sehr hart und fest, reißt jedoch leicht und arbeitet stark. Aus diesem Grund bietet es sich kaum zum Möbel­bau oder ähnliches an. Drechsler und Kunst­tischler verwenden dieses Holz dagegen aufgrund seines gedrehten Wachstums und seinem rötlich-braunen Kerns sehr gerne für Skulpturen. Es ist jedoch äußerst schwierig, aufgrund des sehr seltenen Vorkommens, an einen entsprechenden Holz­bestand heranzu­kommen.

Nebenbei

  • Der anspruchs­lose und pflegeleichte Wild-Apfel eignet sich wunderbar als Baum für den eigenen Garten und bietet neben seiner schönen Blüte im April/Mai wegen seiner dichten Zweige einen idealen Sichtschutz.
  • Martin Luther wird gerne mit dem Spruch zitiert: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch einen Apfel­bäumchen pflanzen“.
2012 - Europäische Lärche

Baum des Jahres 2012 – Die Europä­ische Lärche

Baum des Jahres 2012 – Die Europäische Lärche

Lärche, Foto: A. Roloff

Die jährlich im Oktober stattfinde Wahl zum „Baum des Jahres“ fiel für 2012 auf die Europäische Lärche. Dr. Silvius Wodarz, Präsident der „Stiftung Baum des Jahres“, kürte den in den heimischen Misch­wäldern eher selten vorkommenden Nadelbaum.

Eine bemerkens­werte Besonderheit dieser Baumart ist, dass sie im Herbst ihre dann goldgelb gefärbten Nadeln abwirft – eine Einzig­artigkeit bei den heimischen Nadelbaum­arten. Dadurch bietet uns die europäische Lärche ein wunder­schönes Farben­spiel beim Wechsel der Jahres­zeiten, denn auch die im Frühjahr nach­wachsenden neuen Nadeln beeindrucken durch ein schönes helles Grün.

Der heimatliche Ursprung dieses Baumes liegt sowohl in den Alpen als auch in den Karpaten. Seiner Anpassungs­fähigkeit und relativen Toleranz gegenüber den meisten Schad­stoffen haben wir es zu verdanken, dass wir ihn heute auch in den Talwäldern finden können. Die Lärche ist aufgrund ihrer Licht­durchlässig­keit ein sehr geeigneter und beliebter Gartenbaum, erfreut durch die bereits erwähnte jahres­zeitliche Nadelfärbung und erscheint im Winter mit einer Krone voller kleiner Zapfen.

Das rötlich gefärbte Holz der Lärche ist äußerst stabil, hart und dauerhaft. Dadurch eignet es sich wunderbar für den Außen- und Innen­ausbau sowie für den Möbelbau.

Britische Untersuchungen haben ergeben, dass die europäische Lärche mehr als andere Baumarten Luftschad­stoffe aufnehmen und beseitigen kann. Ein interessanter Aspekt, der auch bei städtischen Bepflan­zungen langfristig sicher Berück­sichtigung finden wird.

Zusatzinfo:

Als Badezusatz wird den Lärchennadeln eine entspannende und beruhigende Wirkung nachgesagt. Aufgrund seiner desinfi­zierenden und entzündungs­hemmenden Wirkung wird das zu einer Salbe verarbeitete Harz der Lärche gerne bei Erkältungs­krankheiten, Rheuma und zur Wundheilung eingesetzt.

2011 - Elsbeere

Baum des Jahres 2011 – Die Elsbeere

Baum des Jahres 2011 – Die Elsbeere

Elsbeere, Foto: A. Roloff

Sorbus torminalis

Silvius Wodarz, Präsident der „Stiftung Baum des Jahres“, ehrt dieses edle, unbekannte Gewächs mit der Wahl zum Baum des Jahres 2011.

Obwohl die Elsbeere (lat. Sorbus torminalis) nahezu überall in Deutschland wachsen könnte, ist sie für die meisten Menschen bisher unbekannt. Ihre Blätter werden oft mit denen eines Ahornbaumes verwechselt.

Früher wurde die Elsbeere in einer sogenannten „Niederwaldwirtschaft“ speziell für den Brennholzbedarf angepflanzt. Dann wurde sie aber von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl oder Gas verdrängt.

Durch den rötlichen Farbton des Holzes und ihre Widerstandsfähigkeit war die Elsbeere auch als Bau- und Möbelholz sehr gefragt. Die samtweiche Oberfläche des Holzes, die auch als „Seidenholz“ bezeichnet wird, ist sehr elastisch und gut polierbar.

Die sommergrüne Laubbaumart aus der Gattung der Mehlbeeren wird zwischen 15 und 25 m hoch und zeichnet sich durch ihre aschgraue, kleinschuppige Rinde aus, die sie ab dem 30. Lebensjahr erhält.

Baum des Jahres 2011 – Die Elsbeere

Foto: Norbert Mayer

Im Frühjahr schmückt sie ein Meer aus weißen, wohlduftenden Blüten und im Herbst verfärbt sich ihr Laubgewand von gelb über orange bis hin zu einem leuchtenden roten Farbton.

Zu ihren Standorten gehören wärmere Lagen in Mittel- und Südeuropa mit Vorkommen bis Nordafrika und Kleinasien. Diese hitzebeständige Baumart ist nahezu überall in Deutschland vertreten, ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt aber in Mittel- und Süddeutschland. Kühle und schattige Standorte vermeidet sie.

Schon gewusst?

  • Aus der etwa einen Zentimeter großen, gelb-rötlichen Frucht der Elsbeere lässt sich nicht nur Marmelade herstellen. Die getrockneten Früchte sind zudem eine schöne Abwechs­lung in jedem Müsli. Einige Spezia­llisten stellen aus der kostbaren Delika­tesse auch Edelbrände, Elsbeer­schokolade oder Honig her.
  • Des Weiteren ist die Frucht reich an Vitamin C, weshalb man ihr positive Wirkungen gegen Bauch­schmerzen und Durchfall nachsagt.
2010 - Vogelkirsche

Baum des Jahres 2010 - Die Vogel­kirsche

Baum des Jahres 2010 - Die Vogelkirsche

Ein Blütenmeer in sanftem Weiß - im April und Mai steht die Vogelkirsche in voller Blütenpracht

Die Vogel­kirsche im (Klima-)Wandel

Da die Vogelkirsche prinzipiell recht widerstands­fähig ist und sowohl Hitze als auch Trockenheit verträgt, wirkt sich der Klimawandel nicht direkt negativ auf ihre Entwicklung aus, allerdings sind indirekte Beeinträch­tigungen denkbar. Gerade nach einem kalten Winter wie diesem, mit Schnee und Eis, können zum Beispiel vermehrt Streusalz­schäden auftreten. Diese äußern sich ähnlich wie Schäden durch Trockenheit durch braune Blatt­flecken und vorzeitigem Blattfall auch noch Jahre nach dem Eintreten des Salzes in den Boden. Zudem wird die Vogelkirsche zunehmend durch die gezüchtete Süß­kirsche verdrängt. Traumhafte Vogelkirsch­alleen werden immer seltener.

Kennen Sie diese alte Bauernregel? Für den Brauch zum Barbaratag schneidet man am 4. Dezember Zweige von Obstbäumen, klassischer­weise von Kirsch­bäumen, und stellt sie in eine Vase. Blühen die Zweige zu Weihnachten, soll dies Glück im kommenden Jahr bringen. Je nach Brauch gibt es unzählige verschiedene Intentionen und Ausfüh­rungen. Auf jeden Fall jedoch bringt der blühende Barbara­zweig in der dunklen Jahreszeit Freude und Licht in die Wohnung und gilt somit als möglicher Vorgänger des Weihnachts­baumes.

Und nicht nur in der Winterzeit erfreut uns die allseits bekannte Baumart mit Ihrem schönen Anblick. Im Frühjahr ein Meer aus weißen Blüten, im Herbst in leuchtend gelb-rotem Laubgewand, beschenkt sie uns im Sommer mit schmack­haften Früchten, welche sich nicht nur bei uns Menschen großer Beliebt­heit erfreuen. Die Vorliebe vieler Vogelarten für die dunkelroten Lecker­bissen bescherte der wandlungs­fähigen Schönheit ihren Namen, korrekt prunus avium.

Intelligentes Multitalent

Nicht umsonst wurde die Vogelkirsche zum Baum des Jahres 2010 gewählt: Die Kirschen sind kein „Geschenk“ an die gefiederten Freunde. Durch sie werden die Keimlinge, welche sich in den Kernen befinden, weiter­getragen. So lässt sich auch die weite Verbreitung der Halbschatten­baumart erklären, die sich über große Teile Europas bis nach Vorderasien und Nordafrika erstreckt.

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